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von den richtig guten Tassen...

  • Christine
  • 30. März
  • 2 Min. Lesezeit

That voice that says, “I’m not good enough”, It’s often rooted in ego – a belief that unless we’re the best, we shouldn’t bother showing up at all. (Karen Olson)


The shadow career is a metaphor for our real career. It´s shape is similar, it´s contours feel ... the same But a shadow career entails no real risk. If we fail at a shadow career, the consequences are meaningless to us. (Steven Pressfield)

 

Die Sonne scheint, sagt der Bär, wir können deine Tassen fotografieren.

Gute Idee, sage ich, aber… die richtig guten Tassen sind noch gar nicht fertig.


Wir haben dann trotzdem Fotos gemacht.

Weil.

Die richtig guten Tassen sind nie fertig.

Und schon gar nicht, wenn die Sonne scheint.

Es gibt immer ein aber.


Man probiert etwas aus und entdeckt etwas anderes.

Die Temperatur ist zu hoch oder zu niedrig, die Farben sind nicht wie erwartet,

die Form zu wenig schwungvoll, zu viel, zu wenig, wasauchimmer.


Solange ich experimentiere, muss das Ergebnis nicht perfekt, ja nicht einmal gut sein.

Es geht darum, etwas zu lernen, etwas auszuprobieren, es geht um den Prozess.

Was passiert aber, wenn das Ziel erreicht ist?

Nicht ganz und gar, das nicht, dazu sind die Möglichkeiten und Ideen zu zahlreich

und die Neugierde zu groß.

Aber was ist, wenn es mir tatsächlich gelingt, eine richtig gute Tasse zu machen?

Schwierige Frage.


Ich habe in den letzten 25 Jahren schätzungsweise 79 richtig gute Tassen gemacht.

Was mich betrifft.

Vielleicht ein paar mehr oder weniger.

Und ziemlich sicher sind die meisten anderen Tassen, die ich gemacht habe, auch gut.

Manche sogar sehr gut.

Es ist ein bisschen wie beim Kochen.

Schmecken tut es eigentlich fast immer, wenn der Bär kocht,

aber an manchen Tagen ist es einfach besonders gelungen -

und ob das am Essen oder an uns selbst liegt, tut genaugenommen gar nicht so viel zur Sache.


Natürlich ist die Sache vielschichtiger.

DIE eine und einzige richtig gute Tasse gibt es nicht.

Die Tassenvorlieben sind ja bekanntlich unterschiedlich und

über Geschmack lässt sich sowieso streiten…

Das macht es so schwierig.


Und trotzdem:

Was wäre, wenn es mir gelingt, eine richtig gute Tasse zu machen?

Für mich, für hier und für jetzt.


Mein erster Impuls ist, sie in der Hand zu halten,

zu fühlen, anzuschauen, mich still darüber zu freuen.

Ich stelle sie auf die Seite, greife immer wieder danach, vertiefe mich in jedes Detail.


Mein zweiter Impuls ist, viele davon zu machen.

Das gelingt nicht immer, nicht immer ist es einfach,

das zu identifizieren und zu wiederholen, was genau diese Tasse ausmacht.

Aber versuchen kann man es.

Ich liebe Serien, Wiederholungen und Variationen.


Mein dritter Impuls ist, sie herzuzeigen.

Aber.

Zeige ich meine Experimente, macht es mir nichts aus,

wenn dem einen dieses und der anderen jenes gefällt oder auch nicht gefällt.

Aber.

Was, wenn die anderen es nicht sehen können?

Was, wenn die, denen ich sie zeige, die Form nicht mögen, ihnen die Farbe nicht gefällt,

die Größe nicht ihren Kaffee- oder Teetrinkgewohnheiten entspricht?


Bleibt es dann immer noch die genau richtige Tasse?

Schwierige Frage.

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