It´s about having a conversation with the clay rather than telling it exactly what to do…
- Christine
- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
(Ashley Howards)
Was ich gerade mache ist schwer zu beschreiben.
Vordergründig drehe ich Tassen und Schalen.
Was mich eigentlich interessiert, sind Formen, Oberflächen und Materialien:
Formen, die lebendig und überraschend sind
und doch auch in sich ruhen wie das Meer und der Wind.
Oberflächen, die Struktur haben und sich gut angreifen
wie die Felsen und Gesteine mit all ihren Schichten, Flechten und Moosen
und wie die Eukalyptusblätter mit ihren satten Farben und dem seidigen Glanz.
Materialien, die natürlich, ungiftig und leicht verfügbar sind.
Einfache Materialien, Ton, Sand, Asche.
Kombiniert und teilweise vermischt mit den Rohstoffen und Glasuren, die ich schon habe.
Die ich wiederum untereinander mische und kombiniere.
Eines führt zum anderen. Und "schön" ist vorerst sehr relativ...
Jedes Mal Brennen kann ich einige Fragen beantworten und noch viel mehr neue Fragen stellen. Technische Fragen, aber auch Fragen nach Ästhetik, Arbeitsweise und persönlichem Ausdruck. Was will ich erreichen? Wo will ich hin? Welche Geschichte will ich erzählen?
Wir machen eine Exkursion zu den Vulkanen.
Lernen über unterschiedliche Gesteinsarten, Temperaturen, geologische Besonderheiten…
Ich freue mich: 1200° ist genau die Temperatur, bei der ich den Ton brenne.
Da wird mir klar:
Es ist umgekehrt und es ist kein Zufall.
Wir brennen den Ton bei dieser Temperatur, weil das die Temperatur ist,
bei der die Gesteine schmelzen, die wir als Glasurrohstoffe verwenden.
Diese einfache Erkenntnis verändert meinen Zugang grundlegend:
Ich habe nicht mehr nur zwei mögliche Brenntemperaturen und
einige dafür passende Materialien zur Verfügung.
Ich habe viele unterschiedliche Materialien und noch viel mehr Kombinationsmöglichkeiten
und es gilt, herauszufinden, welche Kombinationen bei welchen Temperaturen
und zu welchen Bedingungen die Ergebnisse bringen, die mir vorschweben.
Individuelle künstlerische Überlegungen verbinden sich mit den vorhandenen Ressourcen,
mit geologischen und physikalischen Gegebenheiten.
Ich fahr ans Meer, die Wellen sind so schön, sagt der Bär.
Gute Idee, sage ich, ich komme mit und suche Sand.
Wir fahren also ans Meer hinunter und während der Bär
mit seinem Gucker Vögel beobachtet und leider wieder keinen Wal sieht,
halte ich nach Sanden Ausschau,
möglichst ohne Muschelstückchen, möglichst sehr fein, möglichst unterschiedliche Farben…
Ich fülle meine Dosen und trage meine Schätze in die Werkstatt,
wo ich sie dann mit Tonschlicker, Engoben und Glasuren mische, damit meine Gefäße dekoriere
und mich so mit meiner Umgebung verbinde, indem ich Schalen herstelle,
die die Geschichte von meiner Winterreise ans Meer erzählen.
P.S.1: Ich beginne schon darüber nachzudenken, wo ich im Umkreis von 1000blum Sande finden kann...
P.S.2: Nach ein paar richtig frühlingshaften Tagen haben uns jetzt die Windsbräute fest im Griff, das bedeutet Sturm, Regen und hohe Wellen.
P.S.3: Der Inspector macht solche Ausflüge nicht mehr mit, schon gar nicht auf der Moto, aber er hat seinen 16. Geburtstag gefeiert und fühlt sich vor dem Kaminfeuer ohnehin wohler als in Sturm und Regen.

































