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„Arbeite um der Arbeit willen, nicht für dich selbst...

  • Christine
  • 9. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

... Handle, aber verbinde dich nicht mit deinen Handlungen. Halte dich niemals für die Ursache der Ergebnisse deiner Tätigkeiten. Dein einziges Recht ist es, zu wirken. Keinen Anspruch hast du auf die Früchte deines Tuns. Lass weder die Früchte deiner Handlung dir Motiv zum Handeln sein, noch wende dich zum Müßiggang.“ (aus der Baghavad gita, Gesang 2, Vers 47)

 

Ihr fragt euch vielleicht, wann ihr endlich Fotos von den schönen Tassen zu sehen bekommt. Nun.

Es gibt keine.

Keine Fotos, keine schönen Tassen.


Die rote Engobe ist nicht rot geworden, das Eisenoxid hat nicht, wie ich gehofft hatte,

dunkle Punkte und Flecken hinterlassen, sondern die gesamte Oberfläche schwarz gefärbt,

der Resteton hat bei 1100° eine äußerst merkwürdige Farbe, die Ansätze mancher Henkel

sind kratzig und ein bisschen unsauber, die Glasur aus dem Lehm vom Ziegenberg ist nicht ausgeschmolzen und die Temperatur war ein kleines bisschen zu hoch,

sodass der Ton Blasen geworfen hat.


Und doch.


Ich habe - mit meiner immer gleichbleibenden Tassenchoreografie -

schon mehr als zehn Formvariationen gefunden.

Breite und schmale, schlanke und bauchige, große und kleine,

so unterschiedlich wie die Fische, die der Bär fotografiert

und doch deutlich als Fische - äh Tassen - zu erkennen.


Ich habe herausgefunden, dass die niedrigbrennende Tonmasse „ohne nix“

als Glasur funktioniert. Auch auf bereits Rohgebranntem.

Obwohl das dann ja genaugenommen eine Engobe ist.

Und dass die dabei entstehende Oberfläche

der Oberfläche der Eukalyptusblätter schon ziemlich nahekommt.

Und dass es also möglich ist, auf so einfachem Weg, ganz ohne giftige Chemie, zu arbeiten.

Mit oder ohne Rohbrand.

Ton auf Ton.

Eventuell noch mit ein bisschen Asche.

Oder Sand.


Ich habe herausgefunden, dass der Sand, den ich geschmolzen habe - zumindest vorerst bei Proben mit niedrigeren Temperaturen - die feinen Pünktchen bildet, die ich suche.


Ich habe herausgefunden, wie ich die dünne Tonwand stempeln kann ohne den Rand zu verformen. (Somit steht einer Neuauflage der Neulengbacher Keramik nichts mehr im Wege!)


Allerdings habe ich auch herausgefunden, dass mir die Tonfarbe und -beschaffenheit

bei niedrigeren Temperaturen ganz und gar nicht gefällt.

(wir reden da von 1100° statt 1200°, das macht einen großen Unterschied!)

Und dass ich also an den Tonmischungen arbeiten muss,

damit es meinem Ton bei 1200° nicht zu heiß wird.


Ich habe herausgefunden, wie ich die Henkel sauber auch auf engobierten Oberflächen montieren kann und dass sie besser halten, wenn man die Engobeschicht darunter

vor dem Montieren ein kleines bisschen wegkratzt,

dass es bei aller Sorgfalt dann unter einer transparenten Glasur aber doch nicht ganz ideal ist und dass ich also ein paar Farbexperimente mit meiner Transparentglasur machen werde.

Mit Pigmenten.

Genug Farbe, um die winzig kleinen Unregelmäßigkeiten am Henkelansatz zu überdecken,

aber eben auch genug Transparenz damit die Engobe darunter sichtbar bleibt…


Ich gebe zu, das ist jetzt schon ein bisschen pingelig,

und ziemlich sicher haben einige von Euch keine Ahnung, wovon ich rede.

Aber das macht nichts, ich werde das alles ausprobieren und zwar auf Spanisch

(ihr wisst schon, ¡espero! ich warte, hoffe und freue mich).

Und wenns nix wird, dann probiere ich etwas Anderes.


(…vielleicht könnte ich ein kleines bisschen Ton oder Sand in die Glasur mischen, damit sie transparent bleibt aber eben doch ein bisschen Struktur gewinnt... Möglichkeiten gibt es genug...)


Kommt euch spanisch vor?

Mir auch, ziemlich oft sogar, ehrlich gesagt, aber das alles ist so viel spannend!



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