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„Es gibt Möglichkeiten für mich, gewiss, aber unter welchem Stein liegen sie?“

  • Christine
  • 2. Feb.
  • 1 Min. Lesezeit

Franz Kafka


Die wahre Kunst liegt ja nicht in der Ähnlichkeit.

Wo dann?

In der Geschichte, die man erzählt.

Jo Nesbo, Minnesota

 

Es ist Vollmond, sagt der Bär, ich gehe schnorcheln.

Gute Idee, sage ich, vergiss die Lampe nicht.

Der Bär dreht dann stundenlang Steine um und sucht nach seltenen Meeresschnecken.

Und was er findet, ist phänomenal!

Das kann man sich nicht ausdenken.


Ich möchte Tassen machen, die so sind wie die Eukalyptusblätter, die ich aufsammle.

Ich möchte Tassen machen, die so sind wie der Wind an der Ecke zum alten Wartehäuschen.

Ich möchte Tassen machen, die so sind wie die Fische und Schnecken, die der Bär fotografiert.


Wenn man eine solche Tasse in der Hand hält, wenn man eine solche Tasse benutzt,

spürt man die Geschichte, die sie erzählt.

So stelle ich mir das vor.

Ob mir das gelingen wird, weiß ich noch nicht.

Auch ich drehe Steine um.


Manchmal ist es eine Farbe, manchmal eine Oberflächenbeschaffenheit,

manchmal ein paar Pünktchen...

Manchmal ist es eine Form, manchmal eine Technik, manchmal ein Material…


Ich krame durch meine Regale.

Mische Glasurreste zusammen. Finde Metalloxide und Farbkörper.

Schmelze Sande. Sammle Tonerden.

Mische die zu Lehmglasuren.


Nicht alle Experimente gelingen. Nicht immer ist das Ofen ausräumen ein Vergnügen.

Nicht unter jedem Stein findet sich eine seltene Schnecke.


Aber immer ist es spannend, was man findet und wohin einen das weiter führt.

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