die Reise der Drei...
- Christine
- 8. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit
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Drei weise Männer - wahrscheinlich Astronomen -
machten sich vor vielen Jahrhunderten auf den Weg.
Weil sie ein Gerücht gehört hatten.
Diese Männer ließen ihre Heimat und das gewohnte Leben hinter sich
und folgten einem Stern. Quer durch die Welt.
Voller Vertrauen.
Und auch wenn diese Geschichte eine Legende ist, ist sie doch wahr.
Für das, was wir tun.
Für unsere Träume.
Für unsere Beziehungen.
Die Reise der Drei.
Ich sitze hier mit Worten, die ich gestalten möchte.
Es sind dieselben Worte, die wir alle verwenden, eigentlich nichts Besonderes.
Aber in meinem Kopf werden sie zu etwas Einzigartigem.
Nur mein Kopf formt Worte auf diese Weise.
Ich knete Ton, den ich gestalten möchte.
Es ist der Ton, den alle Töpfer verwenden, eigentlich nichts Besonderes.
Aber in meinen Händen wird er zu etwas Einzigartigem.
Nur meine Hände formen Ton auf diese Weise.
Ich wandere durch den Eukalyptuswald und sammle Blätter, die ich gestalten möchte. Es sind Blätter, die auf den Boden gefallen sind, eigentlich nichts Besonderes.
Aber durch meine Ideen werden sie zu etwas Einzigartigem.
Nur meine Ideen gestalten mit Eukalyptusblättern auf diese Weise.
Wir sind zu dritt.
Das Material, ich, und das, was daraus entsteht.
Das Material ist einfach da.
Es wartet nicht darauf, verarbeitet zu werden.
Das empfinden nur wir so.
Der Ton wäre auch zufrieden damit, in der Erde zu bleiben, in der er entstanden ist.
Er träumt nicht davon, eine Schale zu werden.
Obwohl. Wer weiß?
Die Eukalyptusblätter wären auch zufrieden damit,
ungesehen im Kreislauf der Natur zu vergehen.
Die Teebeutelpapiere machen sich nichts daraus, ob sie
auf einem meiner Gefäße landen oder im Kompost.
Alte Bücher fühlen sich in der Altpapiertonne genauso wohl
wie auf meinen Collagen.
Obwohl. Wer weiß?
Was wissen wir von der Welt der Blätter und Gesteine?
Wir wissen so wenig.
Die Reise der Drei.
Du, ich und das Darüberhinausgehende.
Ich erkläre den KursteilnehmerInnen die Handgriffe, die es braucht, um den Ton zu formen.
Wie aus Ton Keramik werden kann.
Eigentlich nichts Besonderes, so viele Menschen auf der ganzen Welt töpfern,
aber hier in meiner Werkstatt in genau dieser Gruppe an genau diesem Tag,
wird das zu etwas Einzigartigem.
Wir erfinden nichts vollkommen Neues.
Das nicht.
Aber wir machen das, was wir tun, zu etwas, das uns ganz gehört.
Nur wir tun es auf diese Weise.
Die Reise der Drei.
Es ist eine Reise, immer ist es eine Reise, ein Weg, eine Entwicklung.
Eine Reise, von der man in den allermeisten Fällen zunächst nicht weiß,
wohin sie führen wird.
Die man aber trotz allem voll Vertrauen antritt.
Wenn zwei miteinander reisen, dann entsteht ein Drittes.
Ein Werkstück.
Eine Beziehung.
Ein Leben.
Dieses Dritte ist mehr als eine Summe.
Dieses Dritte beschäftigt mich.
Die Materialien, die Beziehungen…
Immer gibt es auch noch etwas, das darüber hinaus geht.
Du, ich und das Darüberhinausgehende.
Die Reise der Drei.
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