Dienstag ist mein Dienst.Tag
- Christine
- 21. Okt.
- 1 Min. Lesezeit
Heute war Reserlmarkt.
Reserlmarkt bedeutet Ausnahmenzustand in Neulengbach.
Straßen sind gesperrt. Schulen schließen früher.
Jung und alt ist auf den Beinen um Langos und Schaumrollen zu essen,
um Dinge einzukaufen, die es nur hier gibt (meterlange ausfahrbare Teleskopstaubwedel zum Beispiel, Keksausstecher in allen nur erdenklichen Formen,
Zuckerwatte und Einhorngasluftballons), um zu sehen und gesehen zu werden.
Kunsthandwerk ist nicht unbedingt das Hauptthema dieser Veranstaltung.
Aber es stört auch nicht, ist ja dekorativ.
Wir stellen also immer um sechs Uhr Früh ein paar Tische vor dem Geschäft auf,
tragen ein paar unserer Produkte hinaus
und sitzen dann den ganzen Tag dort und schauen dem Treiben zu.
Ich finde das eigentlich immer ganz nett, dienstags ist ja sonst meistens nicht viel los
und wenn das Wetter gut ist - und heute hat die Sonne geschienen -
sitzt man draußen und plaudert sich durch den Tag.
Wir haben sieben Geschirrtücher, elf Pickerln mit dem Neulengbacher Schaf und 25 Postkarten verkauft, vier Taschen, zwei Haarspangen und 3 Keramikbecher, ein gehäkeltes Häschen,
zwei Knäuel Wolle, eine Tafel Elsbeerschokolade und zwei Lavendelkissen.
Für einen Dienstag gar nicht so schlecht.
Und wenn das auch heute nicht die riesengroßen Umsätze waren, so waren doch wieder einige Leute da, die noch nie da waren, viele, die den Unterschied zwischen all der billigen Händlerware und unserem handgemachten Kunsthandwerk sehr wohl wahrgenommen haben und die, auch wenn heute, am Reserlmarkt,
der Zauber all dieser bunten, kurzlebigen Dinge überwiegt,
vielleicht wieder kommen werden.
Weil beides seine Berechtigung hat -
das schnelle Jahrmarktvergnügen und das nachhaltigere Kunsthandwerk.




