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The key is inside the artist. The artist can only paint what he or she is.

Christine
vor 11 Stunden
2 Min. Lesezeit

Lee Krasner


 


Vergangenes Wochenende war Herbstausstellung.


Seit vielen Jahren Gelegenheit zur Rück- und Vorschau,

Präsentation der aktuellen Projekte und Angebote,

Treffpunkt für alle, die es den Sommer über nicht geschafft haben

und eine gute Gelegenheit, die Werkstatt einmal gründlich zu putzen und aufzuräumen.

Quasi Höhepunkt und Abschluss der Saison.


So auch dieses Jahr.


Aber diesmal war es ein bisschen anders.

Meine Kursteilnehmer*innen waren eingeladen,

sich mit einer Arbeit an der Ausstellung zu beteiligen.

Neun Frauen haben sich entschlossen, mitzumachen.


Schon im letzten Winter haben wir begonnen,

das Thema „verwurzelt schweben“ (nach einem Gedicht von Agnes Pfeffer)

begleitet uns das ganze Jahr über.


In meiner Werkstatt darf experimentiert und ausprobiert werden,

verworfen und neu begonnen, geübt und gelernt.

 

Es geht um nichts.

Es geht um alles.

Es geht um uns selbst.


Wir haben nachgedacht, hingespürt, entwickelt, verworfen und neu begonnen.

Wir haben Fragen gestellt und Antworten gefunden.

Wir haben Ton geknetet, Draht gebogen, Kleister gekocht,

Papier geschöpft und Glas zerschlagen.

Wir haben all unser technisches Knowhow und all unseren Mut zusammengekratzt,

um unsere Ideen zu verwirklichen und zu zeigen.


In einem gemeinsamen und doch immer auch sehr persönlichen Prozess.


Wir sind zu einer Gruppe geworden.

Wir haben uns ausgetauscht, einander motiviert, bewundert und begleitet.

Wir haben gemeinsam überlegt und organisiert, Gedanken, Ideen und Materialien geteilt…


… und jetzt gibt es ein Ergebnis.

Jede für sich und alle gemeinsam haben wir eine Ausstellung gestaltet.


Um das zu teilen, was wir erlebt haben

um das zu zeigen, was wir gestaltet haben.

Um das zu werden, was wir sind.

Weil das ist genaugenommen in der Kunst nicht zu trennen.

So sehe ich das zumindest.


… aus einer Inspiration wird eine Idee,

aus etwas ganz und gar Unsichtbarem und weitghehend Ungreifbarem werden –

in unserem Fall - Objekte und Skulpturen.


Das Unsichtbare sichtbar machen…

auch das kann Kunst.

 

Und obwohl wir alle vom gleichen Thema ausgegangen sind,

alle dieselben Worte als Ausgangspunkt genommen haben,

waren die Prozesse und sind die Ergebnisse so ganz und gar unterschiedlich.

 

Wurzeln ganz konkret als die Wurzeln einer Pflanze,

aus denen all das entsteht, was über der Erde und im Sonnenlicht schwebt…


Wurzeln als Sprach- und Wortspiel: mit den immergleichen Worten können

immerneue Zusammenhänge ausgedrückt und immerneue Geschichten erzählt werden…


Wurzeln als familiäre und/oder regionale Identität in der wir als Individuum unseren Platz finden… und quasi wie darüber schwebend unsere höchsteigene Persönlichkeit entwickeln…


Wurzeln als Fesseln, die uns am Schweben hindern…


… und Wurzeln als Verbundenheit, als ein Anker, der uns hält,

den wir aber auch jederzeit lichten können um zu neuen Ufern aufzubrechen…

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