
Ich darf euch hier in meiner neuerworbenen Funktion als Direktorin des Instituts zur Bewahrung des Bodengedächtnisses von einem ganz besonderen Projekt berichten, der Präsentation der Arbeit der „Römerinnen“, Silvia und Laura, die ich im August 2026 zwei Wochen zu Gast haben durfte.
Ich denke mir unseren Wohn- und Arbeitsplatz hier gerne als das kleine gallische Dorf mitten in Neulengbach, eine Oase inmitten von Bundesstraße, Westbahn und Supermärkten.
Eine Ansammlung von merkwürdigen (merkwürdig in wortwörtlicher und ausschließlich positiver Bedeutung) ständigen und temporären Bewohnern und Besuchern unterschiedlichster Spezien.
Die Ankündigung „die Römerinnen kommen“ hat also hier noch eine zusätzliche ganz besondere Bedeutung. Mit ein bisschen Nervosität und viel Vorfreude wurden sie erwartet und ich bin wirklich froh,
dass der Zufall - oder weroderwas auch immer da seine Hände im Spiel hatte - uns zueinander geführt hat.
Jetzt aber zum Projekt: Archeomagia.
Ich zitiere: Die Archäomagie ist eine Disziplin, die darauf abzielt, vergangene, gegenwärtige und zukünftige Präsenzen durch die Untersuchung materieller Zeugnisse – Artefakte, Konkretionen, Ausblühungen, Kristallisationen – sowie ephemerer Zeugnisse – Echos, Legenden, Erinnerungen, Träume, Visionen, Reminiszenzen – zu rekonstruieren, wobei gegebenenfalls auch schriftliche und ikonografische Quellen herangezogen werden.
Während die Archäologie versucht, die Frage „Was war?“ zu beantworten,
stellt sich die Archäomagie die Frage: „Was möchte ich, dass es war?“
Es geht um Ton und Geschichten, was sonst?
Ton ist buchstäblich überall!
Wir haben ihn gesucht, gefunden und geformt.
Hier in Tausendblum, in Neulengbach, Maria Anzbach und Donnerskirchen…
Persönliche Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeiten haben wir erfahren,
Freundschaften und Kontakte sind entstanden,
wir haben geredet, gearbeitet, gesungen und viele Zucchini gegessen.


