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Ich war bei den Sonnenblumen!

  • Christine
  • vor 6 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

In der Früh wie immer mit dem Fahrrad hinauf zur großen Wiese

und dann in den Wald hinein.

Aber diesmal hatte ich Lust auf ein kleines Abenteuer

und bin an der Abzweigung rechts abgebogen.

Nicht wie sonst immer links zur kleinen Kirche hinunter.

Warum?

Einfach so.

Ich wollte sehen, wie der Weg dort ist.


Von Gewohnheiten abzuweichen kostet oft Überwindung,

auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

Einmal links, immer links -

irgendwie hatte ich kurz das Gefühl, die kleine Kirche im Stich zu lassen...


Ich gehe also diesen neuen Weg entlang, klettere über einen Baum, der quer darüber liegt,

treffe einen jungen Rehbock und einen Hasen, höre den Specht

und fühle mich ein bisschen wie einer, der auszog…


Es braucht nicht besonders viel Mut, rechts statt links zu gehen,

es ist wirklich nur ein sehr kleines Abenteuer,

ich weiß ja ungefähr, wohin der Weg führt…

und doch.


Etwas Neues auszuprobieren erfordert mehr Mut, als das zu machen, was man immer macht.

Etwas Eigenes zu beginnen erfordert mehr Mut, als das zu machen, was alle machen,


Und dann sind da die Sonnenblumen:

gleich dort, wo der Weg aus dem Wald wieder hinaus auf die große Wiese führt.

Von dort, wo mein Fahrrad steht, kann man sie nicht sehen.

Nur von dieser Seite.

Ein ganzes Feld.

Groß, golden, wunderschön.

Ich stehe und schaue und lache und fühle mich beschenkt.


Ich werde morgen wieder rechts abbiegen.

Die kleine Kirche kann noch ein paar Tage warten…

 


P.S.1: Später häkle ich Glyzinienranken zusammen.

Ich möchte sie für eine Installation verwenden.


Es braucht nicht besonders viel Mut, um Glyzinienranken zusammen zu häkeln,

die Ranken schneide ich im Garten

und die Häkelnadel habe ich auf Anhieb gefunden.

Und doch.

Man könnte ja irgendwie für merkwürdig gehalten werden.

Und wer will das schon, für merkwürdig gehalten werden?

Andererseits.

Wer will schon normal sein?


P.S.2: Auf Spanisch heißen Sonnenblumen Girasol. Dreht sich mit der Sonne.

Weil sie genau das machen.

Sonnenblumen schauen immer in die Sonne – das ganz Feld.


P.S.3: das schöne Foto ist eines aus dem Neulengbach-Kalender, den der Bär 2003 fotografiert hat - und es ist genau an der gleichen Stelle entstanden, an der ich heute auf die Sonnenblumen gestoßen bin!


P.S.4: Sucht euch ein Sonnenblumenfeld!

Ihr findet es vielleicht auf einem Weg, den ihr noch nie gegangen seid...

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